Aus dem Saatband, das angeblich eine rote Balkonmischung hervorbringen sollte, ist genau eine rote Kornblume aufgegangen. Die Verbenen sind am Anfang schön gewachsen und haben dann einfach keine Blüten mehr gebracht. Die Wicke hat es uns übel genommen, dass wir ein paar Tage zu wenig gegossen haben. Und die Wunderblumen haben das erhoffte Wunder auch nicht vollbracht. Tja, die reinste Enttäuschung. Ich verzichte auf Beweisfotos.
Das einzige, was dieses Jahr sehr gut geblüht hat ist das Fuchsienstämmchen. Nachdem ich es im letzten Jahr wahrscheinlich zu stark zurückgeschnitten hatte, habe ich es in diesem Jahr umgetopft und etwas gedüngt. Und siehe da: 
Auch die Kräuter sind in diesem Jahr gar nicht erst aufgegangen oder im Falle von Thymian und Basilikum sehr langsam gewachsen. Ich schreibe das den verwendeten Kokosfasern zu. Da ich im Frühjahr noch keinen Kompost hatte, habe ich nur Flüssigdünger gegossen. Das hat vermutlich nicht ausgereicht, um die Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Im nächsten Frühjahr werde ich Kokosfasern mit Hornspänen und Kompost mischen.
Da ich das nicht-blühende Gestrüpp nicht mehr sehen wollte, habe ich kurzerhand Salat und Mangold in die Kästen und Töpfe gesät. Und zumindest das Grünzeug wächst hervorragend. Es hat zwar auch eine Weile gedauert, aber jetzt entwickelt sich der bunte Mangold und er Kopfsalat sehr gut. Nach der Komposternte hatte ich diesen als Kopfdünger an den Salat und Mangold gegeben, sodass sie nun auch genügend Nährstoffe hatten.
Man sieht ganz deutlich, dass der Mangold die Töpfe bevorzugt. Die Kästen sind einfach zu flach. Er kann dort nicht richtig wachsen. Weder in dem relativ flachen Kasten auf der Brüstung noch in dem tieferen Kasten auf dem Regal wächst er so üppig, wie in den Töpfen. Wenn ihr Mangold auf dem Balkon anbauen wollt, achtet also auf ausreichend tiefe Pflanzgefäße.
Ich bin jetzt erst einmal zufrieden mit meinen essbaren Balkonpflanzen und das Blütenmeer versuche ich im nächsten Jahr noch einmal.
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Der Korb bietet ausreichend Platz für Küchenabfälle.
Im letzten Oktober habe ich auf dem Balkon einen Minikomposter gebaut. Ich habe ihn mit Küchenabfällen und Abfällen vom Balkongarten gefüllt. Einige Würmer aus dem Garten durften einziehen und ab und zu fügte ich etwas Pflanzenkohle hinzu. Ich war erstaunt, wie viele Abfälle hineinpassen, denn durch den Verrottungsprozess ist der Kompost immer wieder sehr stark zusammengefallen.
Im Frühjahr hatte ich versucht Kompost zu ernten. Leider war er damals noch nicht reif. Ich denke, dass für die Kompostierung im Winter einfach die richtige Temperatur fehlt. Das Ausgangsmaterial war noch nicht ausreichend verottet und teilweise roch der Kompost schlecht, sodass ich ihn lediglich ein wenig umschichtete und weiter ruhen ließ. Das Timing war nicht gut, denn ich habe für die Balkontöpfe Kokosfasern verwendet, denen ein wenig Dünger in Form von Kompost sicher gut getan hätte.

Reifer Kompost riecht nicht unangenehm.
Nun habe ich es jetzt noch einmal probiert. Ich habe die obere Schicht einfach zur Seite geschoben und den reifen Kompost von unten mit einer kleinen Schaufel herausgeholt. Meine einfache Antwort auf die Frage „Wann ist der Kompost fertig?“ lautet: Wenn man sich nicht ekelt, ihn anzufassen. Wenn er halbverottetes Material enthält und es stinkt, hat man in der Regel nicht das Bedürfniss, das Ganze in die Hand zu nehmen. Bei reifem Kompost macht man das gern, zerkrümelt das Substrat in der Hand und riecht auch mal dran, ohne das sich einem der Magen umdreht. Mit etwas Augenmaß und Vertrauen in den eigenen Geruchssinn findet man den richtigen Zeitpunkt.
Einige Materialien, wie Eierschalen, brauchen länger um zu verrotten und sind dann auch noch im Substrat enthalten. Wenn ich in Zukunft Eierschalen in den Minikompost gebe, werde ich in Zukunft darauf achten, sie zu zerkleinern, damit sie schneller verrotten können.
Da es schwierig ist, den Kompost jetzt mit den Kokosfasern zu vermischen, habe ich ihn einfach als Kopfdünger auf die Töpfe verteilt. Und im Minikomposter ist jetzt wieder ausreichend Platz für Küchenabfälle. Im Sommer sollte die Kompostierung jetzt gut funktionieren, sodass ich im nächsten Frühjahr reifen Kompost haben werde, den ich dann gleich mit den Kokosfasern vermischen kann.

Reifer Kompost dient als Kopfdünger für die Physalis …

… und für Mangold

Geplünderter Balkonkomposter

Jetzt ist wieder Platz für Abfälle und die neue Kompostproduktion kann beginnen.
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Zunächst lernt man in dem Buch etwas über Würmer und erfährt, warum man nicht mit jedem x-beliebigen Regenwurm einen Wurmkompost betreiben kann. Auch das Aufstellen in der Küche erscheint nach der Lektüre nicht mehr ganz so abwegig, da die Autoren ein fast liebevolles Verhältnis zu diesen Tieren haben. Lydia Brucksch und Jasper Rimpau stellen auch weitere Kompostbewohner vor, ohne dass es jedoch langweilig oder zu fachsprachlich wird.
Im Buch sind Anleitungen für zwei verschiedene Wurmkisten zu finden: aus Styroporkisten oder aus Holz. Für beide Versionen werden Standortbedingungen und Vor- und Nachteile beleuchtet. In witzigen Illustrationen werden Einkaufslisten (es war sehr umsichtig von den Machern des Buches die Pflaster zu dem Cutter-Messer zu empfehlen) und Aufbauanleitungen dargestellt.
Es wird sehr detailliert beschrieben, wie man den Kompost startet und am Leben erhält. Was dürfen die Würmer fressen und was vertragen sie nicht so gut? Was soll man tun, wenn der Kompost kippt und zu riechen beginnt? Wie kann ich den Kompost ernten und was mache ich mit dem Flüssigdünger? Was ist der Unterschied zwischen normalem Kompost aus dem Garten und dem aus der Wurmkiste? All diese Fragen beantwortet das Buch. Es stellt außerdem Experimente vor, die man zusammen mit Kindern durchführen kann, damit diese den Stoffkreislauf kennenlernen.
Ich bin von der Idee einen Wurmkompost in der Wohnung aufzustellen noch nicht überzeugt, aber nachdem ich das Buch gelesen habe, werde ich im nächsten Jahr eine kleine Wurmkiste für den Balkon bauen. Das Buch liefert auch Tipps dafür, wie man die Würmer durch den Winter bekommt, ohne dass diese erfrieren. Ich fühle mich dank des Buches jetzt gut informiert, um auch das auszuprobieren.
Fazit: Wer seine Küchenabfälle zu nährstoffreichem Dünger verarbeiten will, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
Angaben zum Buch:
Kompost aus der Kiste. Wurmkisten für den Hausgebrauch selbst bauen. Lydia Brucksch, Jasper Rimpau. 2013. 96 S., 10 Farbfotos, 50 Zeichnungen, Klappenbroschur. ISBN 978-3-8001-7976-3. € 12,90
Das Buch kann man direkt beim Verlag bestellen oder hier bei Amazon:
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Ich muss also meine Erde erneuern, ohne Schlepperei von kiloschweren Erdsäcken. Ich habe mich entschieden einen Kompost auf dem Balkon anzulegen. Dabei muss man einiges beachten. Einfach nur Küchenabfälle in einen Topf werfen und verrotten lassen reicht nicht. (Ich spreche aus Erfahrung) Der Kompost muss die Möglichkeit haben zu vererden.
Diese Anleitung hat mir bei meinem Vorhaben geholfen. Und so sah es bei mir aus:

Material für den Minikompost
Ich habe aus Weide einen Korb geflochten. Eigentlich ist es einfach ein Zylinder. Er braucht keinen Boden, weshalb es ziemlich einfach ist. Die Äste habe ich im Kreis in die Erde gesteckt, und mit den biegsamen Weidenästen geflochten. Das Ergebnis ist nicht besonders schön, aber es erfüllt seinen Zweck. Der Korb bildet die Abgrenzung zwischen Erde und den organischen Abfällen.
Um den Kompost abzudecken habe ich einen Deckel geflochten. Diesen habe ich aus Peddigrohr angefertigt und mir dabei etwas mehr Mühe gegeben, denn der Deckel ist, im Gegensatz zum Korb, am Ende sichtbar.
Der Korb wird in einen großen Kübel gestellt. Dann füllt man Erde um den Korb herum. Fertig ist der Minikompost. Je nach Größe des Balkons kann man seinen Kompost anpassen. Mein Kübel hat oben einen Durchmesser von etwa 50 cm.

fertiger Balkonkompost
Der Kompost ist sicher nicht für die Verwertung sämtlicher Küchenabfälle geeignet. Das kann man auf einem Balkon nicht leisten. Aber es ist ausreichend, um die verbrauchte Blumenerde aufzuwerten ohne ständig neue kaufen zu müssen.
Terra Preta im Minikompost
In meinen Kompost fülle ich neben Küchenabfällen auch ab und zu eine Schicht Pflanzenkohle ein, um Terra Preta herzustellen. Seit dem ich das Buch von Ute Scheub gelesen habe, möchte ich das probieren und nun fange ich damit an. Die Pflanzenkohle in der Erde wirkt wie ein Schwamm. Darin können sich Mikroorganismen ansiedeln, die für eine bessere Zersetzung der organischen Abfälle sorgen. Außerdem speichert Terra Preta durch die enthaltene Pflanzenkohle das Wasser besser.

Der Korb bietet ausreichend Platz für Küchenabfälle.
Um dem Kompost Mikroorganismen hinzuzufügen, kann man aktive Joghurtkulturen mit Wasser verdünnt zugeben. Auch eine Mischung aus Hefe, Zucker und Wasser kann helfen. Eine weitere Möglichkeit ist der Kauf von fertiger Terra-Preta-Streu, die bereits mit EM (Effektiven Mikroorganismen) angereichert ist.
Auch Regenwürmer dürfen im Kompost nicht fehlen. Sie sind hauptverantwortlich für die Vererdung. Ich habe mir welche aus dem Garten mitgebracht. Das Argument „Armer Regenwurm, im kleinen Topf eingesperrt.“ möchte ich hier nicht gelten lassen, denn ich denke, dass der Kübel groß genug ist, um den Regenwürmern Lebensraum zu bieten. Um Nahrung müssen sie sich jedenfalls keine Sorgen machen.
Den Rand des Kübels kann man bepflanzen – mit Kräutern oder saisonal wechselnden Blühpflanzen. Ich habe erst einmal die Petersilie reingesetzt.

Die Petersilie wirkt ein wenig geknickt nach dem Einpflanzen.
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Ich habe den Kompost durchgeworfen und auf die Beete verteilt. Auf unser erstes Beet haben wir Möhren und Zwiebeln gesät. Es waren bereits zwei Erdbeerbeete angelegt, die gepflegt werden mussten. Alle alten Blätter wurden entfernt und die Erde etwas gelockert. Außerdem habe ich einen Kartoffelacker angelegt. Ich hoffe, dass die Kartoffeln vergleichsweise wenig Arbeit machen. Also habe ich gleich zwei Zeilen Kartoffeln gelegt. Auf einer kleinen Ecke, die übrig blieb, habe ich noch Pflücksalat gepflanzt.
Die Vorbesitzer des Gartens waren Rosenliebhaber, sodass ich einen Garten mit 94 (!) Rosen übernommen habe. Diese habe ich verschnitten sowie auch den Lavendel, der auch beim Abschneiden schon herrlich geduftet hat und der bereits wieder austreibt.
Das Unkraut in den Blumenbeeten habe ich erstmal großzügig ignoriert.
Gelernt habe ich in der ersten Woche:
1. Ein Garten ersetzt ein Fitnessstudio.
2. Ich (Sportbanause und Schreibtischtäter) verstehe jetzt, wieso Menschen freiwillig und völlig ohne Grund ins Fitnessstudio gehen, denn körperliche Arbeit fühlt sich ganz gut an. Aber ins Fitnessstudio gehe ich trotzdem nicht – siehe Punkt 1.
3. Man wird ständig von Nachbarn (die im Kleingartensprech „Gartenfreunde“ heißen) von der Arbeit abgehalten. Der Plausch am Gartenzaun bleibt natürlich nicht aus. Wir wurden von allen sehr nett begrüßt!
So, und nun gibt es natürlich noch Fotos aus dem Garten.

Blaustern, Zilla, Scilla - diese Blume hat viele Namen

Die Bienen mögen die Blütenpracht.

Wo vorher Blaustern die Beete mit blauem Schimmer überzog, ist jetzt die Traubenhyazinthe.

Narzissen

Tulpen

Mandelbäumchen

Kirschblüten kurz vorm Aufblühen

Kartoffelacker und Erdbeeren davor und dahinter
„Terra Preta. Die schwarze Revolution aus dem Regenwald“ von Ute Scheub, Haiko Pieplow und Hans-Peter Schmidt ist vor Kurzem im oekom Verlag erschienen. Das Buch ist ein Augenöffner, der den Leser nicht mit dem schalen Gefühl des Nichtstunkönnens zurücklässt. Es gibt eine konkrete Anleitung, wie jeder etwas zur Klimarettung beitragen kann.
Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil werden die Grundlagen vermittelt. Dabei geht es um die Zerstörung, welche die konventionelle Landwirtschaft anrichtet, nämlich den Boden nachhaltig in Dreck zu verwandeln, ohne ihn wieder fruchtbar zu machen. Da ich mich bisher wenig mit den Folgen konventioneller Landwirtschaft auseinander- gesetzt habe, war dieses Kapitel durchaus ein Aha-Erlebnis. Menschen, die mit dem Thema vertraut sind, können es ja einfach überspring- en.
Außerdem wird die Herkunft von „Terra Preta“ dargestellt. Die Hochkulturen am Amazonas basierten auf dieser fruchtbaren Erde, denn durch sie konnte ein Nahrungsmittelüberschuss produziert werden, der Basis jeder großen Zivilisation ist.
Im zweiten Teil des Buches wird eine konkrete Anleitung zum Klimagärtnern gegeben. Die Autoren nennen dieses Prinzip Klimagärtnern, weil es eben nicht nur guten, fruchtbaren Boden erzeugt, sondern Kohlendioxid dauerhaft im Boden speichert.
Die Terra Preta ist nach Aussage der Autoren keine sagenumwobene Wundererde, wie sie gelegentlich genannt wird. Jeder kann sie herstellen und verwenden, egal ob im Garten, auf dem Balkon oder auf dem Fensterbrett. Die Autoren warnen vor windigen Geschäftemachern, die sich den Begriff „Terra Preta“ schützen lassen und die Substrate dann teuer verkaufen.
Dabei kann man Terra Preta ganz einfach selbst herstellen. Man benötigt dazu Küchenabfälle, Pflanzenkohle und Mikroorganismen. Auch wie man die Pflanzenkohle selbst herstellen kann, wird im Buch beschrieben.
Bei der Terra-Preta-Herstellung spielen auch menschliche oder tierische Hinterlassenschaften eine Rolle. Die Autoren sind sich sehr wohl bewusst, dass dieses Thema sehr sensibel ist. Sie sprechen das Tabu an, weisen im Buch jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die Terra-Preta-Herstellung auch ohne menschliche Fäkalien funktioniert.
Anhand von Beispielen aus aller Welt wird gezeigt, wie eine andere Landwirtschaft machbar ist. Die Autoren schreiben über die Auswirkungen des Klimagärtnerns auf die menschliche Gesellschaft:
Und schließlich verbessert sich durch gemeinsames Gärtnern das Klima zwischen den Menschen. … Terra-Preta-Gärtnern ist sinnlich, ethisch, ertragreich, tut gut, ist gesund und kann die Entfremdung zwischen Mensch und Natur aufheben. Kurz: Es macht glücklich.
Fazit: Verständlich, teils humorvoll geschriebene Anleitung zur Rettung der Welt. Eine absolute Leseempfehlung für jeden Gärtner.
Hier noch ein Video zum Thema:
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