
Angeknabberte Kapuzinerkresse
Als ich nach einigen Tagen Abwesenheit den Balkon betrat wunderte ich mich zunächst, woher der Dreck auf dem Boden kommt. (Jetzt weiß ich, dass das Raupenexkremente waren. Örks!) Erst später entdeckte ich, dass die Kapuzinerkresse total abgefressen war. Dann sah ich die Raupen. Nach dem Blick in den Naturführer war klar: Es ist der Große Kohlweißling. So weit so gut. Natur beobachten ist toll (vor allen Dingen für die Kinder), aber nicht wenn diese Natur meine gesamten Pflanzen auffrisst.
Der Naturführer sagt auch, dass der Kohlweißling als Schädling betrachtet wird (ich muss also keine Gnade haben), weil er ganze Kohlfelder vernichtet. Die Weibchen legen 200-300 Eier unter die Blätter von Kohlpflanzen und andere Kreuzblütengewächse. Die Raupen fressen dann das Blatt ab, bis nur noch die Stiele übrig sind. Das konnte ich auch auf dem Balkon beobachten.
Da ich meine Pflanzen ungern als Raupenfutter sehe, wollte ich sie loswerden. Ich habe die gesamte Kapuzinerkresse abgeschnitten und wollte sie entsorgen. Mein Kind protestierte und so haben wir jetzt eine Schmetterlingsaufzucht auf dem Balkon, allerdings nicht mit allen Raupen. Wir haben die Raupen auf zwei Gläser verteilt und diese mit einem Tuch verschlossen. Natürlich gab’s auch Futter – Resteverwertung von der Kapuzinerkresse.
Inzwischen konnten wir schon beobachten, wie sich die Raupen gehäutet und verpuppt haben. Wir sind gespannt, wann die Schmetterlinge schlüpfen. Die Kinder schauen immer wieder nach, was ihre „Raupe Nimmersatt“ gerade macht.
Man kann die Raupen mit der Schlupfwespe bekämpfen. Diese ist ein Parasit, deren Larven in den Eiern des Schmetterlings wachsen und sie damit zerstören.
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